War’s das jetzt mit der Pandemie?

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Draußen wird es langsam richtig frühlingshaft, und dementsprechend kommt wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit in den Alltag. Dennoch – da war doch was… ist die Pandemie jetzt eigentlich vorbei?

Neue Regeln, alte Gespräche

Die zwei vergangenen Pandemiejahre fühlten sich an wie ein nie endendes Déja-Vu aus steigenden und fallenden und wieder steigenden Infektionskurven, immer neuen Regeln, die irgendwann so schnell auf einander folgten dass keiner mehr nachkam, immer denselben oder ähnlichen Gesprächen über die Pandemie und durchgehend dem Gefühl, dass wir Eltern mit Corona allein gelassen wurden.

Bestätigt wurde das, als wir und viele, viele Menschen in unserem Umfeld sich mit Corona und seinen diversen Unterarten ansteckten. Letzten Endes war niemand erstaunt oder schockiert, sondern im Gegenteil, alle (zumindest die Leute, die Kontakt zu Kindern haben) hatten es irgendwie erwartet.

Bald fällt die Testpflicht ganz weg

Klar, in einer Kindergartengruppe von 23 kleinen Menschen wird vom Magen-Darm-Virus bis zur Seuche eben alles weitergegeben.Und das wird wohl noch eine Weile so weitergehen. Ab Mai fällt die Testpflicht für Kindergartenkinder weg.

Aber das Gefühl, dass von Seiten der Politik gleichgültig mit der Gefahr der Ansteckung der Kleinsten (und damit auch ihrer Eltern und der Großeltern) kalkuliert wurde, bleibt einfach. Ein Vertrauensverlust, der auch durch kleine Tropfen auf den heißen Stein (hier und da mal eine einmalige Erhöhung des Kindergeldes oder gratis Schnelltests) nicht wettgemacht werden konnte.

Männer verschaffen Männern Vorteile

Leider bleibt bei mir auch einmal mehr das Gefühl, dass eine hauptsächlich von Männern gemachte Politik unweigerlich wieder die von Männern dominierten Sektoren der Gesellschaft bevorteilt – während alle anderen schauen können, wo sie bleiben. Ja, wir hatten eine sehr lange Zeit eine Kanzlerin an der Spitze unseres Landes, aber eine einzelne Frau gegen eine ganze Armada von Männern kann eben auch keine Sch… zu Gold machen.

Der Kapitalismus hat in der Pandemie ganz offen sein Gesicht gezeigt: Es fing an mit solidarischem Klatschen für die Pfleger_innen und endete bei Maskendeals in Millionenhöhe. Und dazwischen so unendliche viele erschöpfte Frauen, die sich während Corona krank gemanaged haben als „Leiterinnen eines erfolgreichen kleinen Familienunternehmens“, wie es damals in der Vorwerk-Werbung so liebevoll hieß.

Wie hätte Olaf das alles wohl gehandelt?

Kleiner Gedanke am Rande: Wie hätte die jetzige Regierung unter Olaf Scholz wohl die Anfänge der Pandemie gehandelt? Olaf und seine Kollegen wursteln sich grad so durch, während am Rande von Europa Panzer in Stellung gehen. Bald werden auch deutsche Panzer darunter sein.

Und nun? Nun wurde die Pandemie mehr oder weniger von offizieller Seite für beendet erklärt, uns allen wird die Rückkehr zur weitgehenden Normalität quasi verordnet. Wer noch kein gutes Bauchgefühl bei der ganzen Sache hat, der hat – Pech. Denn die Masken fallen, die Innenstädte sind voll wie eh und je, die Clubs auch, und die Fußballstadien sowieso.

Corona hat seinen Schrecken verloren

Dass das mit den Nachrichten aus meinem Umfeld über mehr und mehr Corona-Infektionen nicht ganz zusammenpasst, scheint niemanden zu stören. Oder wie es neulich ein Kollege in einer Zoom-Konferenz formulierte: „Corona hat irgendwie seinen Schrecken verloren.“ Die Menschen, die sich Long Covid eingefangen haben und jeden Morgen beim Aufstehen erstmal nach Atem ringen, dürften das wohl anders sehen.

Die Pandemie im Kopf bleibt

Niemand will die Unkenrufe von Gesundheitsminister Lauterbach hören, der für den Herbst etwas drastisch eine „Killervariante“ von Corona herbei prognostiziert. Und momentan sind eh all eyes on Ukraine.

Ich jedenfalls kann mich von dieser Pandemie im Kopf noch nicht ganz verabschieden. Das Abstandhalten, Verzichten, Maske tragen und vorsichtig sein hat sich zu sehr eingebrannt in mein Denken und Fühlen. Umarmt wird von mir nur, wer geimpft ist. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht im Herbst ein neues, altes Déja-Vu auf uns wartet.

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