
So, jetzt ist es schon wieder fast Februar. Die letzten Wochen waren eine ziemliche Talfahrt, daher war es hier auch etwas ruhiger. Meine Gesundheit wurde nochmal richtig auf die Probe gestellt, sowohl physisch als auch mental war da einiges dabei, auf das ich lieber verzichtet hätte.
Einfach mal Ruhe geben – gar nicht so einfach
Nun geht es gesundheitlich endlich wieder bergauf und ich fühle mich nach Wochen und Wochen des kranken Herumsandelns wieder wie ich selbst, ohne Hals- oder Kopfweh, Schwindel oder Schnupfnase. Wie lang das gutgehen wird? Keine Ahnung, aber ein Gutes hatte die erzwungene Pause nach Weihnachten – ich musste einfach mal Ruhe geben. Was trotzdem immer dabei war, waren die Schuldgefühle, weil mein Mann sich nun weitgehend allein um Kind und Haushalt kümmern musste.
Warum das schlechte Gewissen? Ich glaube, das ist einfach ein Resultat der Gesellschaft, in der wir leben: Wenn wir nicht produktiv und nützlich sein können, erfüllen wir unseren „Zweck“ nicht. Eine Einstellung, die wir vor allem wir Frauen dermaßen verinnerlicht haben, dass wir sie kaum noch abstellen können.
Erst wenn die Alarmleuchten dunkelrot leuchten, wird uns vielleicht langsam klar, dass es nicht unser alleiniger Nutzen im Leben ist, etwas für andere zu tun. Sei es jetzt im beruflichen Kontext, oder im privaten: wir müssen nicht immer nur liefern, wir dürfen auch einfach mal nur sein. Nur existieren und wenn nötig, heilen. Uns nach innen richten, und nicht immer nur für das Außen zuständig fühlen.
Prio 1 ganz ohne Rechtfertigung
Von wem wir uns diese innere Ruhe abgucken können? Ihr ahnt es vielleicht, von den Männern in unserem Umfeld. Die wissen durch Erziehung und dank der sehr männerfreundlichen Strukturen in unserer Welt, dass sie durchaus das Recht haben, sich selbst auch mal für eine längere Zeit als Prio 1 zu sehen – und zwar ganz ohne Schuldgefühle oder Rechtfertigungsdruck.
Das ist gut und richtig, und so sollten wir es auch machen. Leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber das ist ein Ziel, an dem ich 2023 arbeiten werde: Mich passend zu meinem (krank verbrachten) 40. Geburtstag mal auf das zu konzentrieren, was mich weiterbringt. Dinge wegzulassen, die mir nicht guttun.
Apropos, die 40… vor diesem Geburtstag hatte ich lange Zeit Angst. Weil es – zumindest in den Köpfen vieler Menschen – ein endgültiger Abschied von der heutzutage sowieso schon bis in die 30er hinein verlängerten Jugend ist.
Stärker und freier als früher
Sagen tut diese Zahl natürlich nicht viel über uns aus. Ich kenne viele wundervolle Frauen in ihren 40ern, die stärker, schöner und freier sind, als sie es vermutlich in ihren 20ern und 30ern jemals waren. Und die aber trotzdem oft mit ihrem Alter hadern, weil es eben ein Einschnitt ist, wenn man rein statistisch gesehen die Hälfte seines Lebens schon hinter sich hat.
Mich mit dieser Zahl anzufreunden und das 41. Lebensjahr zu „meinem“ Jahr zu machen, wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern. Aber die Zeit nehme ich mir – für mich selbst. Und vielleicht wird 2023 ja dann wirklich mein Jahr…