Hallo 2023 du kleines Biest…

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So, jetzt ist es schon wieder fast Februar. Die letzten Wochen waren eine ziemliche Talfahrt, daher war es hier auch etwas ruhiger. Meine Gesundheit wurde nochmal richtig auf die Probe gestellt, sowohl physisch als auch mental war da einiges dabei, auf das ich lieber verzichtet hätte.

Einfach mal Ruhe geben – gar nicht so einfach

Nun geht es gesundheitlich endlich wieder bergauf und ich fühle mich nach Wochen und Wochen des kranken Herumsandelns wieder wie ich selbst, ohne Hals- oder Kopfweh, Schwindel oder Schnupfnase. Wie lang das gutgehen wird? Keine Ahnung, aber ein Gutes hatte die erzwungene Pause nach Weihnachten – ich musste einfach mal Ruhe geben. Was trotzdem immer dabei war, waren die Schuldgefühle, weil mein Mann sich nun weitgehend allein um Kind und Haushalt kümmern musste.

Warum das schlechte Gewissen? Ich glaube, das ist einfach ein Resultat der Gesellschaft, in der wir leben: Wenn wir nicht produktiv und nützlich sein können, erfüllen wir unseren „Zweck“ nicht. Eine Einstellung, die wir vor allem wir Frauen dermaßen verinnerlicht haben, dass wir sie kaum noch abstellen können.

Erst wenn die Alarmleuchten dunkelrot leuchten, wird uns vielleicht langsam klar, dass es nicht unser alleiniger Nutzen im Leben ist, etwas für andere zu tun. Sei es jetzt im beruflichen Kontext, oder im privaten: wir müssen nicht immer nur liefern, wir dürfen auch einfach mal nur sein. Nur existieren und wenn nötig, heilen. Uns nach innen richten, und nicht immer nur für das Außen zuständig fühlen.

Prio 1 ganz ohne Rechtfertigung

Von wem wir uns diese innere Ruhe abgucken können? Ihr ahnt es vielleicht, von den Männern in unserem Umfeld. Die wissen durch Erziehung und dank der sehr männerfreundlichen Strukturen in unserer Welt, dass sie durchaus das Recht haben, sich selbst auch mal für eine längere Zeit als Prio 1 zu sehen – und zwar ganz ohne Schuldgefühle oder Rechtfertigungsdruck.

Das ist gut und richtig, und so sollten wir es auch machen. Leichter gesagt als getan, ich weiß. Aber das ist ein Ziel, an dem ich 2023 arbeiten werde: Mich passend zu meinem (krank verbrachten) 40. Geburtstag mal auf das zu konzentrieren, was mich weiterbringt. Dinge wegzulassen, die mir nicht guttun.

Apropos, die 40… vor diesem Geburtstag hatte ich lange Zeit Angst. Weil es – zumindest in den Köpfen vieler Menschen – ein endgültiger Abschied von der heutzutage sowieso schon bis in die 30er hinein verlängerten Jugend ist.

Stärker und freier als früher

Sagen tut diese Zahl natürlich nicht viel über uns aus. Ich kenne viele wundervolle Frauen in ihren 40ern, die stärker, schöner und freier sind, als sie es vermutlich in ihren 20ern und 30ern jemals waren. Und die aber trotzdem oft mit ihrem Alter hadern, weil es eben ein Einschnitt ist, wenn man rein statistisch gesehen die Hälfte seines Lebens schon hinter sich hat.

Mich mit dieser Zahl anzufreunden und das 41. Lebensjahr zu „meinem“ Jahr zu machen, wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern. Aber die Zeit nehme ich mir – für mich selbst. Und vielleicht wird 2023 ja dann wirklich mein Jahr…

Die Angst vor der Nacht

Foto von Hiva Sobhani

Wieviel Uhr ist es? Ein Uhr, zwei Uhr, drei Uhr? Der Kopf summt, die Augen brennen. Diese Nächte machen mir Angst. Seit mein Kind auf der Welt ist, habe ich oft Angst vor der Nacht. Woher das kommt? Die ersten Wochen mit Säugling daheim, stillend im Bett sitzen.

Ich musste mich vom Abend und von der Nacht verabschieden wie von zwei guten Freunden. Ich kämpfte gegen die Müdigkeit an. Damit mein Sohn das bekommt, was er braucht. Tage, Wochen, Monate vergingen, ohne richtigen Schlaf. Ich legte mich jeden Abend mit ihm ins Bett, stillend, haltend, leise flüsternd. Vor mir ein Gebirge aus schmerzhaften Schlafentzug. 

Ein Mount Everest aus Selbstaufopferung war nötig, um es zu bezwingen. Wenn ich oben am Gipfel war, und die Handyuhr drei Uhr nachts anzeigte, war es jedes Mal die längste Stunde meines Lebens.

Niemand, der es nicht selbst erlebt hat, versteht es. Wie anders wir sind, wenn unser Körper sich erholen durfte. Wie viel besser unser Gehirn funktioniert. Und wie wenig wir auf die Reihe bringen, wenn wir nur noch im Sparmodus laufen.

Nur noch Nacht um Nacht um Nacht hinter uns bringen, endlose Nächte, immer wieder aufwachen, einschlafen, aufwachen, wegdösen, aufstehen. Funktionieren. Irgendwann war diese Zeit vorbei. Der Säugling war ein Baby war ein Kleinkind.

Aber die Angst vor der Nacht ist geblieben. Denn heute ist unser Sohn ein unruhiger Schläfer. Krankheiten und Alpträume, nächtliche Kinderängste und ungewohnte Geräusche bringen ihn um seine Ruhe.  

Jede Nacht wacht er auf und will wissen, dass er nicht allein ist auf der Welt. Ich glaube, das steckt in uns allen. Wir haben es uns nur abtrainiert. Wenn nach einer schweren Nacht das erste sanfte Licht durch die Rollläden schimmert, glaube ich wieder daran, dass es besser wird.

An die kinderlosen Menschen: Nein, diese Geschichte ist kein Grund für Mitleid. Menschen mit wenig oder fast keinem Schlaf wollen nicht bemitleidet werden. Aber wenn euch das nächste Mal ein Mensch mit Kind erzählt, dass sie oder er eine schwere Nacht hatte, dann versteht ihr vielleicht ein Stück besser, von welchem Gebirge derjenige gerade herabgestiegen ist. Und lasst ihn einen Moment ausruhen, ohne schlechtes Gewissen.

Corona daheim – 10 Tipps, wie ihr durch die Isolation kommt, ohne durchzudrehen

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Der Großteil unserer Bekannten und Freunde hatte es schon, wir jetzt auch, und einem weiteren Teil steht es vermutlich noch bevor – Omikron ist gerade überall. Bei uns waren es elf Tage, die wir „eingesperrt“ zuhause verbracht haben. Hier ein paar Tipps von mir (nicht nur für Eltern), wie man diese Zeit durchstehen kann – vorausgesetzt ihr habt einen „milden Verlauf“ und könnt eure Erkrankung daheim auskurieren.

1: Was du heute kannst besorgen… Klingt zwar lächerlich angesichts unserer Überflussgesellschaft, aber: Wenn Omikron bei euch in der Kita oder dem Bekanntenkreis wütet, und ihr jeden Tag mit einer Infektion rechnen müsst, besorgt euch ein paar Sachen auf Halde. Eine extra Packung Klopapier und Küchenrolle (ja ich weiß, Hamsterkäufe…), ein paar Konserven oder TK-Gerichte erleichtern die erste Zeit enorm. Wenn nämlich alle Familienmitglieder positiv getestet sind, bewahrt das davor, in Panik zu verfallen. Im Notfall gibt es Bringdienste, die euch allem versorgen, aber das geht auf die Dauer auch ins Geld.

2: Someone to relie on: Sucht euch eine befreundete Familie in der Nähe, sprecht mit Freunden, Großeltern oder Nachbarn, und vereinbart mit Ihnen, dass ihr euch im Notfall helft. Es wird zwar der Großteil der Leute wahrscheinlich Hilfe anbieten, aber wenn Ihr wirklich dringend etwas braucht, wendet ihr euch wahrscheinlich eher an die Personen, die in eurer Nähe wohnen. Hier jemanden zu habe, auf den ihr euch verlassen könnt, ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl.

3: Solidarität und Mitgefühl: Wenn Ihr jemanden aus eurem Umfeld kennt, der gerade in dieser Situation ist, bietet ebenfalls eure Hilfe an. Falls es sich um eine ältere Person handelt, kommt wahrscheinlich zu der Isolation auch noch die enorme Angst um die eigene Gesundheit dazu. Das gilt natürlich auch für Personen mit Vorerkrankungen oder Menschen mit Behinderungen. Und wir haben wirklich genügend Menschen in unserer stinkreichen Gesellschaft, die sich vom Staat abgehängt und vergessen fühlen. Nicht Egoismus, sondern Solidarität muss hier das Motto sein. Nur gemeinsam schaffen wir es da durch.

4: Drückt den Pausenbutton, bevor ihr durchdreht. Speziell für Familien: Teilt euch die „Kinderzeit“ auf. Niemand kann 24 Stunden am Tag die Bedürfnisse anderer erfüllen. Gerade wir Frauen neigen jedoch dazu, uns rund um die Uhr für irgendetwas oder irgendjemanden zuständig zu fühlen.

Aber: Jeder braucht mal eine Auszeit, und sei es nur um eine Viertelstunde ungestört auf dem Handy herumzudaddeln. Wenn ein Partner oder eine Partnerin da ist, sprecht euch also ab und macht Zeiten aus, zu denen der jeweils eine oder andere dann auch mal alleine für die Bespaßung des Kindes zuständig ist. Und dann: Türe schließen und mal kurz durchatmen.

Für Alleinerziehende funktioniert dieses Konzept mit dem Abwechseln natürlich nicht, aber vielleicht kann man, sofern das Kind schon etwas größer und verständiger ist, auch kleine „Elternpausen“ einführen. 10 bis 20 Minuten in denen das Kind weiß, diese Zeit gehört jetzt Mama oder Papa, da beschäftige ich mich alleine oder darf meine Lieblingssendung im Fernsehen anschauen. Leichter gesagt als getan, das weiß ich. Ich versuche jedoch meinem Sohn auch gerade beizubringen, dass es auch mal möglich sein muss, Mama in Ruhe den Kaffee trinken zu lassen, bevor wieder gespielt wird.

5: Ein ungefährer Rhythmus gibt ein bisschen Struktur: Es kann schnell passieren, dass ihr in der Corona-Isolation den ganzen Tag im Schlafanzug verbringt und es gar nicht merkt. Nix gegen Tage im Schlafanzug, aber ein minimaler Rhythmus (circa 12 Uhr Mittagessen, circa 18 Uhr Abendessen oder was auch immer euch Halt gibt…) hilft hier enorm – die Tage verschwimmen sowieso irgendwann alle zu einem einzigen.

6: No hurry, no worry. Mir hat es zwar sehr geholfen, wenn in der Wohnung eine gewisse Grundordnung herrschte, aber in so einer Ausnahmesituation weiterhin den Anspruch an sich zu stellen, dass alles picobello aussehen soll, ist meiner Meinung nach Irrsinn. Allein drei Mal am Tag Mahlzeiten bereitzustellen, Wäsche zu waschen, auf- und abzuhängen und den Geschirrspüler gefühlt fünf Mal am Tag laufen zu lassen, kostet schon genug Zeit und Energie, vor allem wenn ihr euch körperlich nicht gut fühlt. Die Kinder, wenn sie etwas größer sind, in die täglichen Handgriffe wie Tisch abwischen oder Besteck in die Schublade räumen mit einzubinden, kann auch eine Möglichkeit sein. Den meisten Kindern macht es einfach Spaß, den Großen zu helfen und eine Aufgabe zu erfüllen.

7: Kurz mal raus, und wenn es nur der Balkon ist: Jetzt wo es wieder wärmer wird, sind natürlich die Leute im Vorteil, die einen Balkon oder Garten haben. Wir haben das große Glück, einen Garten mit angeschlossenem Hof zu haben. Fühlt sich zwar ein bisschen wie Gassigehen an, aber wenn niemand draußen ist, kann man auch mal eine Runde im Hof drehen. Und der eigene Garten und Balkon sind ja sowieso erlaubt, trotz Isolation. Ihr werdet merken, wie sehr diese paar Minuten am Tag einen Unterschied machen. Wenn man schon nicht am öffentlichen Leben teilnehmen darf, kann man sich zumindest kurz raus auf den Balkon setzen und die Leute auf der Straße beobachten – eine kleine Illusion von Freiheit, die aber guttut.

8: Jetzt bloß nicht aufeinander losgehen! Ist ja bekannt, dass Menschen, wenn sie längere Zeit aufeinandersitzen, unweigerlich jede Macke und jeden Fehler des anderen überdeutlich bemerken. Und dass es unweigerlich irgendwann gewaltig kracht. Damit das gerade bei Familien mit Kindern kein Kreislauf des Teufels wird, bei dem man sich am Ende am liebsten scheiden lassen möchte, ist Großmut geboten. Nicht zuletzt kann man sich in Isolation auch leider nicht so wunderbar demonstrativ aus dem Weg gehen nach einem großen Krach…

Es hilft, wenn man sich ab und zu klarmacht: Für die anderen ist es auch kein Zuckerschlecken, und so blöd es klingt, irgendwann ist es vorbei. Dann hat man auch wieder seine nötigen Auszeiten und Freiheiten, und kann mit den Fehlern der anderen besser leben. Und die natürlich auch mit euren.

9: Schnelltesten ist gut und schön – aber reicht manchmal nicht! Auch das macht langsam die Runde: Die Schnelltests aus Apotheken sind nur bedingt dazu geeignet, eine Omikron-Infektion zu erkennen. Bei uns haben die Tests leider komplett versagt – wir testeten uns trotz positivem PCR-Ergebnis immer negativ. Viele Eltern aus unserem Kindergarten haben dasselbe erlebt und vertrauen ebenfalls nicht mehr nur auf die Schnelltests.

Absurd genug, dass in Kita und Kindergarten eigentlich nur auf Schnelltests gesetzt wird, um Infektionen zu erkennen. Bei einigen funktioniert es, bei vielen jedoch nicht. Oft genug kommt es vor, dass das Kind zwar Symptome hat, aber trotzdem kein positiver Schnelltest vorliegt. Die Entscheidung, ob nach einem negativen Schnelltest-Ergebnis auch noch ein PCR-Test gemacht wird, um ganz sicher zu gehen, liegt dann bei den Familien.

10: Gebt euch Zeit, wieder gesund zu werden: Uns haben die körperlichen Symptome von Omikron zwar glücklicherweise nicht tagelang ans Bett gefesselt, aber eine körperliche Belastung war es dennoch. Starke Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche und Schüttelfrost haben uns Erwachsenen eine Woche lang das Leben schwer gemacht. Beim Kind war es ein Nachmittag lang erhöhte Temperatur und eine Müdigkeit, die sich über mehrere Tage hinzog und die ich so noch nie bei ihm erlebt hatte.

Und auch wir hatten noch zu kämpfen, nachdem die akuten Symptome abgeklungen waren. Ständige Schlappheit, Kurzatmigkeit, permanenter Ohrendruck, immer wieder auftretende Kopfschmerzen und ein generelles Gefühl von Unwohlsein begleiten mich immer noch durch meinen Alltag, obwohl ich schon längst wieder so „funktionieren“ muss wie vorher.

Der allgemeine Tenor in den Medien, wonach angeblich bei den meisten Betroffenen die Symptome sehr mild sind und nach 3-5 Tagen alles wieder beim Alten ist, sind auch nicht allgemeingültig. Jeder Körper ist anders, deshalb setzt euch nicht auch noch psychisch unter den Druck, möglichst schnell wieder fit sein zu müssen, nur weil ihr vielleicht jemanden kennt, der keine oder kaum Symptome hatte.

Gebt eurem Körper die Zeit, sich zu erholen, wann immer es euch möglich ist. Verausgabt euch nicht zu früh wieder mit Sport oder Fitnessübungen, macht Pausen, versucht soviel es geht zu schlafen und gut und ausgewogen zu essen. Ich will hier nicht den Teufel an die Wand malen, aber die ersten Eltern berichten bereits, dass ihre Kinder sich nach einer Pause von circa 4 Wochen erneut mit einer Omikron-Variante angesteckt haben. Wir werden die Kraft also vielleicht noch dringend brauchen!

Was mir jetzt gut tut – Gedanken und Tipps von mir für einen erträglichen Januar.

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1. Ruhepausen gönnen

Auch und gerade für Leute mit Kind ein schwieriges Thema: Ruhepausen gönnen. Und zwar ohne schlechtes Gewissen.

Im Home Office besonders schwer, denn hier lauern überall Energiefresser (schnell mal Wäsche waschen, durchsaugen, ausmisten etc…).

Nehmt euch bewusst die Zeit, mal nichts zu machen. Wenn mein Blick dann auf To Dos fällt, die ich „mal eben schnell“ erledigen könnte, bis das Kind aus dem Kindergarten kommt, packe ich den Gedanken bewusst am Schopf und kämpfe dagegen an. Denn ja, wir sind darauf konditioniert, immer und überall das Maximum aus unserer Zeit rauszuholen. Selbst die kleinsten Verschnaufpausen zu optimieren, ist – zumindest für mich – aber nicht das Richtige. Ich befinde mich sozusagen gerade im Prozess der „Deoptimierung“: Ich möchte nicht mehr den Anspruch von Perfektion an mich und alles um mich herum stellen.

Das ständige Checken, ob alles so ist, wie ich es aus innerem Zwang heraus haben möchte, bringt mich in einen Zustand permanenter Unzufriedenheit. Schluss damit, habe ich mir fürs neue Jahr geschworen. Wenn mein Körper und mein Geist danach schreien, sich mittags nach der Arbeit für eine halbe Stunde hinzulegen, dann mache ich das.

 Gerade Leute, deren Kinder unruhig schlafen, wissen, wovon ich rede. Ein paar Minuten Ruhe bevor die „second shift“ losgeht und du das Kind betreust, können manchmal Wunder wirken, um dich wieder in Balance zu bringen. Gut sollte auch mal gut genug für uns sein – das hört und liest man zwar momentan öfters, aber es für sich selbst umzusetzen ist ziemlich schwer. Probiert es trotzdem mal aus – niemand wird euch dafür verurteilen außer ihr euch selbst. Und dagegen müssen wir angehen!

2. Einfach kommen lassen

Bedürfnisse von Kindern zu erfüllen, gehört mit zum anspruchsvollsten Job, den man als Mensch leisten kann. Irgendwann gerate ich als Mutter in ein Fahrwasser, in dem ich schon vorher erahnen will, was das Kind gleich brauchen könnte. Und versuche mich damit selbst zu überholen.

Die Folge: Hektik und Gereiztheit auf meiner Seite, genervtes Ignorieren auf Kinderseite. Deshalb mein Tipp: Einfach kommen lassen. Wenn das Kind Durst oder Hunger hat, wird es sich (im Normalfall) melden. Gerade Kinder ab 3, 4 Jahren sind schon ganz gut darin, ihre eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren. Wir müssen sie ihnen also nicht ständig in den Mund legen oder vorwegdenken.

3. Let me entertain you (not)

Kinder sind nach dem Kindergarten in der Regel erstmal durch. Mein Kind hat zwar im Weihnachtsurlaub einen Energieschub bekommen und performt jetzt auch mal gut und gerne 14 Stunden ohne Pause durch, aber abends merke ich dann deutlich wie anstrengend der Tag für ihn war. Deshalb: Nicht zuviel vornehmen am Nachmittag. Es kann zwar sein, dass euer Kind sich dann mal über Langeweile beklagt, aber auch die ist ja durchaus sinnvoll. Wer immer gesagt bekommt, was als nächstes zu tun ist, der braucht sich selbst nichts ausdenken.

Stattdessen sollten wir unsere Kleinen ruhig mal ein bisschen „durchhängen“ lassen, denn in der Regel finden sich schon nach wenigen Minuten durchaus neue Spiele und Spielsachen. Es ist also nicht nötig, sich ständig ein Entertainment-Programm auszudenken. Mein Sohn ist gerade in die heiße Phase des Überall-Helfenwollens eingetreten. Wenn mir also gar nichts einfällt, womit wir uns nachmittags beschäftigen könnten, bitte ich ihn, mir im Haushalt zu helfen oder „erfinde“ kleine Jobs für ihn. Der Tisch muss dringend abgewischt werden, das Besteck aus der Spülmaschine sortiert werden etc.

Es ist außerdem normal, dass sich Kinder nach der Kita oder dem Kindergarten nicht mehr längere Zeit auf ein Spiel konzentrieren können. Überlegen wir mal: Die Kleinen haben wenn sie zum Beispiel 5-6 Stunden in Betreuung waren, schon fast einen kompletten „Arbeitstag“ hinter sich. Wie ich mich nach 6-8 Stunden im Großraumbüro mit 15 anderen Personen fühle, don’t ask. So gesehen schon fast wieder ein Wunder, dass mein Sohn überhaupt noch Lust auf soziale Interaktion mit mir hat.

4. Escape from reality – ja bitte!

Her mit kitschigen Filmen, trashigen Serien und fesselnden Hörbüchern. Ich kann gerade gar nicht oft genug in fremde Welten flüchten. Der Realität den Rücken zu kehren und für eine kleine Weile abzutauchen ist wohltuend und gibt neue Energie für die anstrengenden Tage, die vor uns liegen.

Fühlt euch deshalb nicht schlecht, wenn ihr guilty pleasures nachgebt. Solange es euch die Kraft gibt, um weiterzumachen und euren Alltag besser zu bewältigen – bitte sehr. Wie wohltuend es ist, einfach mal was Seichtes im TV anzusehen wenn das Kind im Bett ist.

Kein Mord und Totschlag oder andere schwere Themen, die runterziehen, sondern einfach nur leichte Unterhaltung, die den Körper müde und den Geist ruhig macht. Natürlich sehe ich regelmäßig die Nachrichten, allein schon um coronatechnisch Up to date zu sein. Aber manchmal gönne ich mir auch mal einen Tag Pause vom allesbeherrschenden Thema Covid. Die Realität der Pandemie aka Omikron hat uns sowieso schon wieder eingeholt, obwohl das neue Jahr noch nicht mal drei Wochen alt ist. Gönnt euch also auch mal eine Pause vom Hier und Jetzt, und sucht euch Berieselung aus, die einfach nur gut für die Seele ist.

Hier ein paar Tipps für leichte Kost der letzten Zeit:

-Sisi (die neue Version auf RTL/Sky)

-Kitz (Netflix)

-Madame Mallory und der Duft von Curry (Netflix)

-Pedal the World (Netflix)

-Mein Lehrer der Krake (Netflix)

-The Bold Type (Amazon Prime)

-And Just Like That… ( Sky)

-Emily in Paris (Netflix)

5. Sport, Essen und so weiter

Dieses Jahr habe ich mir gar nicht erst die übliche Liste an guten Neujahrsvorsätzen in den Kopf gehämmert. Denn ich weiß, dass ich sie unter den momentanen Umständen sowieso nicht so umsetzen kann, wie ich es müsste. Vier Mal die Woche Sport zu treiben ist für mich momentan einfach kein realistisches Ziel. Kein Zucker, kein Alkohol, keine Snacks zwischen den Mahlzeiten – schaffe ich nicht. Und möchte ich auch nicht, weil ich gerade jetzt einfach jeden kleinen Kick für mein Belohnungszentrum feiere. Die großen Belohnungen wie Reisen, mit vielen Personen feiern und so weiter müssen momentan ja leider ausfallen.

Mein Zugeständnis an „neues Jahr, neuer Versuch“ ist stattdessen eine andere Strategie. Ich suche mir ein Ziel, das verhältnismäßig leicht zu erreichen ist, und ziehe daraus erstmal Bestätigung. Wenn ich es zum Beispiel schaffe, ein bis zwei Mal die Woche in der Mittagspause 20 Minuten spazieren zu gehen, ist das für mich schon ein beachtlicher Erfolg. Und auf diesem Erfolg lässt sich aufbauen. So sind Misserfolge nicht gleich einprogrammiert, und ich kann auf jeden noch so kleinen Schritt meinem Ziel entgegen stolz sein. Das motiviert mich mehr, als mir ehrgeizige Ziele zu setzen und dann immer wieder kläglich daran zu scheitern. Denn wer dreht schon sein ganzes Leben auf links, wenn er es nicht unbedingt muss?

6. Den Dingen auf den Grund gehen

Manchmal tut es als „Vorsatz“ fürs Jahr gut, hinzusehen und zu erkennen, was in unserem Leben wir ändern können, und was nicht. Die Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden, besitze ich zwar ganz oft noch nicht. Aber ich arbeite daran. Manche Dinge im Leben kann ich ändern, und dann lohnt es sich, dafür zu kämpfen. Andere Dinge sind wie sie sind, und das hat ganz oft gar nicht mal etwas mit uns zu tun.

Die Erkenntnis, dass wir nur auf eine begrenzte Anzahl an Dingen in unserem Leben direkten Einfluss haben, kann auch sehr erleichternd sein. Wir können vielleicht die Art und Weise ändern, wie wir selbst aufs Leben blicken. Können unsere Ängste ansehen und sie besiegen. Wir können darauf Einfluss nehmen, welche Dinge uns wichtig sind und welche unwichtig. Was wir unseren Kindern mitgeben für ihr Leben.

Wir können aber zum Beispiel nicht unseren Partner, unsere Eltern oder Freunde dazu bringen, die Dinge so zu sehen wie wir. Wir können sie nur bitten, sich in uns hineinzuversetzen. Wir können achtsam mit den Menschen umgehen, die wir lieben – und zwar jeden Tag. Und können sie bitten, es mit uns genauso zu machen. Und wir können und sollten uns den anstrengenden Alltag wo es nur geht, so angenehm wie möglich machen. Nicht auf Kosten anderer, aber für uns selbst und mit uns selbst. Wer weiß, was morgen ist, aber heute müssen wir irgendwie durch den Tag kommen.